Das Internetschaufenster des TuS Borstel-Hohenraden

Chronik

des TUS Borstel-Hohenraden e.V.

teilweise nach Aufzeichnungen des Ehrenvorsitzenden Johannes Schneider

Ab 1933 wurden die Sportvereine verboten. Diesem Verbot fiel auch der erste - ca. 1926 gegründete Sportverein zum Opfer. Die „Leibesertüchtigung“ wurde von den Organisationen des „Reiches“ angeordnet und durchgeführt.

1947: Der zweite Weltkrieg und die Herrschaft der Nationalsozialisten waren seit zwei Jahren vorbei. Ganz langsam wurde mit dem Wiederaufbau begonnen.
In dieser Nachkriegszeit waren viele junge Menschen aus den Ostgebieten zu uns nach Borstel gekommen. Dieser starke Zugang erforderte es, sportliche Möglichkeiten zu schaffen, um wenigstens für einige Stunden die Not zu vergessen. Bäckermeister Hans Witt, Henry Sellmannn und Johannes Schneider bildeten eine Interessengemeinschaft, um wieder einen Turn- und Sportbetrieb im Ort aufzubauen.
Das erste Gründungsgespräch fand am 7. Mai 1947 statt. Anwesend waren u.a. Johannes Glismann, Walter Uhl, Wilhelm Thomsen, Ernst Scharfenstein, Fritz Kühl, Hans-Werner Timm und Johannes Neumann.
Zu dieser Zeit war es noch untersagt, ohne Genehmigung einen offiziellen Verein mit Vorstand usw. zu gründen. Die Kontrolle des Sports erfolgte durch die „Erziehungsinstruktion Nr. 67 der Britischen Militärregierung für Deutschland“. Der Militärregierung mußte ein Finanzierungsplan vorgelegt werden, von dessen Anerkennung u.a. die Genehmigung abhing.
Es sollte noch bis zum 11. März 1948 dauern, bis die Interessengemeinschaft vom Kreisjugendpfleger - Herrn Andresen - die beantragte Zulassung für den Vereinssport erhielt.
Aber auch ohne offiziellen Segen war man bis dahin nicht untätig. Am 3. Juni 1947 fand die Eröffnungsversammlung im Vereinslokal „Deutsche Eiche“ hier in Borstel statt. Überraschend viele Mitbürger folgten der Einladung. An diesem Abend wurde von der Versammlung der erste Vorstand des neuen Vereins mit Johannes Schneider, Johannes Glismann, Walter Uhl, Henry Sellmann, Herbert Buthmann und Wilhelm Thomsen gewählt.
Wenig später, am 21. Juli 1947, wurde der Vereinsname, die Satzung und die Beitragssätze besprochen und beschlossen. Obwohl damals der Vereinsname mit „Turn- und Sportverein Borstel-Hohenraden“ - in Kurzform „TSV Borstel-Hohenraden“ festgelegt wurde, entstand später durch einen Schreibfehler des Sportverbandes die Kurzbezeichnung „TUS Borstel-Hohenraden“, bei der es bis heute geblieben ist.

Die Mitgliedsbeiträge pro Monat wurden festgelegt:
     Erwachsene 1,-- DM
     Jugendliche 0,50 DM
     Kinder 0,25 DM

Einige alte Turngeräte aus dem Bestand des ersten Sportvereins waren noch vorhanden und bildeten den Grundstock für das Turnen. Neben Handball und Turnen für Frauen, Männer und Kinder sowie Faustball gab es auch schon eine gemischte Leichtathletikgruppe.
Bereits wenige Monate nach der Vereinsgründung wurde am 21. September 1947 das erste Turn- und Sportfest als „Sportwerbefest“ veranstaltet. Bei diesem Fest, zu dem die Nachbarvereine eingeladen wurden, standen ein Handballturnier, Staffelläufe und leichtes Geräteturnen auf dem Programm. Am Abend, im Vereinslokal gab es auch noch turnerische und gymnastische Vorführungen.
Das erste große Vereinsfest startete am 13. Dezember 1947. Geboten wurden eine Kaffeetafel, musikalische Unterhaltung und Tanz. Mit der Einladung wurden die Teilnehmer aufgefordert, für die Kaffeetafel Tassen mitzubringen sowie Lebensmittelmarken (für 250 g Brot, 20 g Fett und 30 g Zucker) beizugeben.
Ende 1947 zählte der Verein bereits 95 Mitglieder.

1948 schlossen sich eine Laienspielgruppe und eine Motorradstaffel dem Verein an.
Das größte Hindernisse für die sportliche Betätigung waren die Sportstätten. Einen Sportplatz gab es noch nicht. Trainiert und gespielt wurde auf dem Schulhof sowie auf einer Wiese, die der Bauer Sahling zur Verfügung gestellt hatte.

Nachdem man die Wiese im Frühjahr 1949 nicht mehr benutzen durfte, mußten die Handballer ihre Mannschaft aus der Punktspielserie zurückziehen. Um eine Notlösung zu schaffen, wollte der Verein mit eigenen Kräften den Schulhof verlängern, um wieder ein Spielfeld zu haben. Da die vorgeschriebene Mindestbreite von 55 Metern nicht erreicht wurde, scheiterte der Plan.
Die Bemühungen um einen regulären Sportplatz gingen weiter. Nach vielen vergeblichen Versuchen gelang es den Gemeindevertretern endlich, durch einen Grundstückstausch ein geeignetes Gelände zu erwerben.
Ende 1949 wurde der Platz dem Verein zur Verfügung gestellt. Aber es war noch ein hartes Stück Arbeit, um aus dem „Gelände“ einen Sportplatz zu machen.
Daß es bis Mitte 1949 keine Fußballmannschaft gab, hatte rein wirtschaftliche Gründe. Die Lebensdauer von Schuhwerk und Bällen war weitaus geringer als beim Handballspiel; und die „Beschaffung“ war zu dieser Zeit ein großes Problem. Es dauerte jedoch nicht lange, bis die Einrichtung einer Fußballabteilung beantragt wurde. Um neben Handball und Faustball migliedermäßig bestehen zu könne, wurde auf vielen für die neue Abteilung geworben. Die Werbung war erfolgreich. Am 22. August 1949 bestätigte der Hamburger Fußballverband die Mitgliedschaft und damit die Spielberechtigung.
Etwa zur gleichen Zeit stiftete Vereinsmitglied Wilma von Geisberg die erste Tischtennisplatte. Damit konnte wieder eine neue Gruppe ins Leben gerufen werden.
Ganz langsam verbesserten sich die Bedingungen für den Sportbetrieb. Nachdem die Spieler sich nicht mehr in der Schule umziehen durften, stand lediglich eine kleine Baracke auf dem Schulhof zu Verfügung. 1959 wird mit Zuschüssen des Kreises und der Gemeinde ein Umkleideraum mit Waschgelegenheit am Schulneubau errichtet.

In den Jahren 1962/63 wurden Verhandlungen mit dem Kummerfelder SV zwecks Zusammenlegung der Vereine geführt. Der Gedanke der Zusammenlegung entstand dadurch, daß weder Borstel noch Kummerfeld komplette Fußball-Jugendmannschaften melden konnten. Obwohl die Vorstände der Vereine sich einig waren, und für eine Zusammenlegung plädierten, kam es durch den Widerstand einiger Mitgliedergruppen nicht zu diesem Schritt. Die Versuche einer Vereinsfusion wurden in den weiteren Jahren von den jeweiligen Vorständen immer wieder unternommen - bis heute leider ohne Erfolg.
Im Jahre 1962 wurde seitens der Gemeinde erstmals konkret vom Bau einer Turnhalle gesprochen. Für dieses Vorhaben mußte der Sportplatz (auf seinen heutigen Standort) verlegt werden. Im Rahmen des Umbaus wurden eine Aschenbahn und eine Sprunggrube angelegt. Es war selbstverständlich, daß ein großer Teil der Arbeiten am neuen Sportplatz, die in den Jahren 1964/65 stattfanden, in Eigenhilfe von Vereinsmitgliedern durchgeführt wurde.

1966 beendete Paul Bautz seine Karriere als Vertragsfußballspieler bei Victoria Hamburg. Er ließ sich vom Deutschen-Fußball-Verband reamateurisieren und wurde Spielertrainer der Ligamannschaft.
Mit dem Aufstieg der Fußballer zur tonangebenden Abteilung innerhalb des Vereins wurde es um die anderen Abteilungen immer ruhiger. Die Begeisterung der ersten Jahre war dahin.

In den Folgejahren bestand der TUS nur aus der Fußballabteilung, bis Frau Quant und Frau Heitmann 1970 eine Damen-Gymnastikgruppe gründete. Obwohl noch keine Turnhalle zur Verfügung stand und das Training in der Pausenhalle der Schule stattfinden mußte, wuchs diese Gruppe innerhalb von drei Monaten mit 70 aktiven Teilnehmern zur mitgliederstärksten Abteilung heran.
Im gleichen Jahr noch veranstalteten die Gymnastikdamen in der Scheune von Bauer Gätjens in de Masch ein „Weinfest“. Das war die Geburtsstunde der traditionellen SCHEUNENFESTE des TUS.

Der 9. September 1971 war für den TUS Borstel-Hohenraden und seine Entwicklung ein ganz besonderes Datum. An diesem Tag wurde die neu erbaute Turnhalle eingeweiht.
Neben der bereits bestehenden Hallensportgruppe, der Damengymnastik, folgen die Spartengründungen jetzt Schlag auf Schlag. Bereits vor der Hallenfreigabe hatte sich eine Gruppe von Tischtennisfreunden, die bis dahin regelmäßig auf einer privaten Diele ihren Sport ausübten, Hallenzeiten gesichert. Die noch im September 1991 gegründete Tischtennissparte konnte einen starken Zulauf vermerken und wuchs in den Folgejahren mit 70 Mitgliedern zu einer Säule des Vereins.
Im Oktober 1971 fand die erste Übungsstunde der neuen Sparte „Kinderturnen“ statt. Ins Leben gerufen wurde diese Gruppe für Kinder im Vorschulalter von Frau Bautz und Frau Heitmann. Aber was war mit den ganz Kleinen und den Kindern, die bereits zur Schule gingen?

1972 wurden sowohl das „Mutter- und Kindturnen“ unter Leitung von Frau Bautz als auch das „Schülerturnen“ (vorerst für das 1.-3. Schuljahr) unter Leitung von Frl. Röhr (Fr. Polster) ins Leben gerufen. Das Schülerturnen wurde ausgebaut, bis alle Schuljahre erfaßt waren.
Im Juni 1972 erfolgte die Aufnahme in den Tischtennis-Verband Schleswig-Holstein. Mit Beginn der Saison nahmen die Tischtennisspieler an den Meisterschaftsspielen teil. Im Laufe der Zeit wurden Mannschaften der Damen, Herren, Schülerinnen, Schüler, Mädchen und Jungen gemeldet.
Auf der Jahreshauptversammlung am 10. März 1972 trat Johannes Schneider nach 25 Jahren als 1. Vorsitzender zurück. Die vielfältigen Aufgaben innerhalb der Gemeindeals Bürgermeister erklärten diesen Schritt. Die Mitgliederversammlung wählte Harald Günther zum neuen 1. Vorsitzenden. Als weitere Mitglieder wurden G. Pein, Fr. M. Heitmann, H.-W- Timm, Fr. G. Kebbe und H.-J. Witte in den geschäftsführenden Vorstand gewählt. Nach den offiziellen Wahlen wurde beantragt und beschlossen, Herrn Johannes Schneider zum Ehrenvorsitzenden zu ernennen.
Die erste Hürde für den neuen Vorstand waren die Planung und Durchführung des Festlichkeiten anläßlich des 25-jährigen Jubiläums des TUS Borstel-Hohenraden am 6. und 7. Mai 1972. Geboten wurde ein buntes Programm für alle Bürger und Freunde im Festzelt an der Schule und auf dem Sportplatz.

Das Sportangebot wurde in den nächsten Jahren weiter ausgebaut. Im Mai 1973 konnte die Schaffung der Sparte „Männerturnen“ vermeldet werden. Aus dieser Sparte entwickelte sich im Laufe der Zeit die „Herren-Volleyballgruppe“.
Aus der Damen-Gymnastiksparte ging eine „Damen-Volleyballgruppe“ hervor, die bald flügge und damit eigenständige Sparte wurde.
Eine sportliche Betätigung für Jedermann fehlte noch. Nach Gesprächen mit Nachbarvereinen, die bereits eine Volkssport-Abteilung hatten, stand der Einrichtung einer solchen Sparte im TUS nichts mehr im Wege.

Die Jahreshauptversammlung 1974 wählte mit Klaus Struckmeyer den ersten Spartenleiter „Volkssport“.
Volksläufe bzw. Volksradfahren gehörten von nun an zum Angebot des TUS für alle Interessenten aus Borstel-Hohenraden und den Nachbargemeinden.
Judo-Sportler des „Technischen Hilfswerk Pinneberg“ mit Trainer Maschmann schlossen sich 1975 unserem Verein an und legten damit den Grundstein für die „TUS-Judosparte“. Bereits zu diesem Zeitpunkt war die Kapazität der Turnhalle erschöpft, so daß das Judotraining in einer Pinneberger Halle stattfinden mußte.

Mit einem Empfang im Vereinslokal „Zur Schmiede“ konnte am 1. Juni 1975 die Aufnahme des 500. Mitglied gefeiert werden.

Am 4. und 5. September 1976 stellte sich der Verein erstmals mit einem „Tag der offenen Tür“ einem breiten Publikum vor. Neben den neuen Sparten wuchs auch die Fußball-Abteilung und damit die Belastung des Sportplatzes.

Im Jahre 1977 kam die Planungsgruppe „2. Sportplatz“ zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen. Leider gelang es der Gruppe nicht, ein entsprechendes Gelände zu realisierbaren Bedingungen zu pachten.
Der starke Mitgliederzuwachs erforderte auch organisatorische Änderungen. 1977 wurde damit begonnen, die Beitragszahlung auf das Lastschriftverfahren umzustellen.
Der Ruf nach einem eigenen Raum für die Zusammenkünfte wurde immer lauter. Eine Planungsgruppe „Clubraum“ unter Leitung von Jens Seefeldt legte eine komplette Projektierung mit detaillierten Plänen der Kosten, der Finanzierung und der zu erwartenden Betriebskosten vor. Zu einer Realisierung des Projektes kam es jedoch nicht, da u.a. durch Kürzung der Landeszuschüsse eine Finanzierungslücke entstand, die nicht geschlossen werden konnte.

Die Jazztanz-Gruppe unter Leitung von Irmgard Bautz erfreute sich großer Beliebtheit und trat auf vielen Veranstaltungen im Kreisgebiet auf. 1978 wurden zwei weitere Jazztanz-Gruppen für junge Mädchen eingerichtet.

Auf der Jahreshauptversammlung 1980 wurde mit Peter Gohlke ein neuer 1. Vorsitzender gewählt. Harald Günther, der dieses Amt 8 Jahre bekleidet hatte, kandidierte nicht mehr. Als weitere Mitglieder der geschäftsführenden Vorstandes wurden Renate Karp, Ursula Moeller, Hans-Werner Timm und Hans-Jürgen Witte von der Mitgliederversammlung gewählt.
Am 1. Oktober 1980 wurde die von Helga Hadewig geleitete Schwimmgruppe eine offizielle Sparte des TUS.
Nachdem der Gesamtvorstand beschlossen hatte, eine Vereinszeitung herauszubringen, konnte am 30. November 1980 die erste Ausgabe des „SCHAUFENSTERS“ verteilt werden.
Der TUS lud die Borstel-Hohenradener am 19. und 20. September 1981 zu einem „Tag der offenen Tür“ ein. Neben der Selbstdarstellung der Sparten gab es ein Rahmenprogramm und eine Cafeteria.
Der Arbeitsaufwand des Vorstandes wurde mit der Zeit so groß, daß es nicht mehr zu umgehen war, eine Geschäftsstelle einzurichten. Am 15. April 1982 nahm Dagmar Scholle ihre Tätigkeit als Geschäftsführerin in ihren eigenen Räumen auf.
Ebenfalls im Jahre 1982 wurde der alte baufällige Geräteschuppen am Sportplatz durch einen neuen größeren ersetzt. Planung, Konstruktion, Materialeinkauf und Aufstellung des Schuppens erfolgte durch Vereinsmitglieder.
Ab der Saison 1982/83 trugen die Tischtennisspieler aus Kummerfeld und Borstel-Hohenraden ihre Punktspiele unter dem Namen „BOR-KUM“ als Wettspielgemeinschaft aus.

Auf der Jahreshauptversammlung 1983 wurde ein festes Redaktionsteam für die Vereinszeitung „SCHAUFENSTER“ mit Helga Hadewig, Dagmar Scholle, Siegfried Bartik, Rolf Heidecke und Hans-Jürgen Witte gewählt.

Das Sportangebot für unsere Kinder wurde noch einmal vergrößert. Im Januar 1984 entsteht die Sparte „Minihandball“ unter Leitung von Maren Schwenger.
Das von den Gemeinden Kummerfeld und Borstel-Hohenraden geplante gemeinsame Sportzentrum wurde seitens unserer Gemeinde aufgrund von negativen Ergebnissen der Lärmschutzgutachten aufgegeben.

Die Gemeinde Borstel begann mit der Planung für die Erneuerung und Erweiterung des bisherigen Sportgeländes.
Zur Jahreshauptversammlung 1986 kandidiert Peter Gohlke nicht mehr für das Amt des 1. Vorsitzenden. Als seinen Nachfolger wählt die Versammlung Helmut von Pein. Der geschäftsführende Vorstand setzt sich aus Helmut von Pein, Dagmar Scholle, Hans-Werner Timm, Hans-Jürgen Witte und Rüdiger Wüpper zusammen.
Am 30. Juni 1986 trat der neue 1. Vorsitzende Helmut von Pein für alle überraschend nach nur 99 Tagen im Amt zurück. Der Gesamtvorstand beauftrage den 1. stellvertretenden Vorsitzenden Hans-Jürgen Witte mit der kommissarischen Leitung des Vereins bis zur Wahl eines neuen 1. Vorsitzenden.
In den Sommerferien führte der Jugendvorstand unter Leitung des Vereinsjugendwartes Hans-Peter Schamburger eine „Aktionswoche“ für alle Kinder und Jugendliche durch. Ein reichhaltiges abwechslungsreiches Programm (Spieletage in der Halle, Filmvorführungen, Jugenddisco, Sportplatzspiele, Fahrradtour und Grillabend mit Nachtwanderung) sorgte für einen vollen Erfolg.
Die Suche des Vorstandes und der Vereinsmitglieder nach einem geeigneten Kandidaten ergebnislos blieben, erklärte sich H.-J- Witte bereit, offiziell für das Amt des 1. Vorsitzenden zu kandidieren.

Neben H.-J- Witte als 1. Vorsitzender wählte die Mitgliederversammlung am 16. März 1987 Rüdiger Wüpper und Claus-Dieter Köhler als 1. und 2. Stellvertreter.
Die rückläufigen Spielerzahlen im Fußball-Jugendbereich brachte den Kummerfelder SV und den TUS Borstel-Hohenraden an einen Tisch. Um für alle Altersbereiche von der F-Jugend bis zur A-Jugend Mannschaften melden zu können, wurde eine Spielgemeinschaft ins Leben gerufen, die erstmals in der Saison 1987/88 beim Hamburger Fußball-Verband gemeldet wurde.
Am 29. und 30. September 1987 konnte das 40-jährige Vereinsjubiläum gefeiert werden.
Nach dem vom Jugendvorstand durchgeführten „Jugendtag“ am Freitag folgte am Sonnabend ein Fußballturnier mit acht Mannschaften aus der Nachbarschaft. Am Abend fand ein Festakt in der geschmückten Turnhalle statt. Nach dem offiziellen Teil mit Ehrungen und Grußworten der zahlreichen Gäste wurde der Festball eröffnet. Darbietungen der Gesangsgruppe „Borsteler Dörpspeelers“ und Aufführungen der TUS-Gymnastik-Gruppen sorgten für die richtige Stimmung für den Tanz bis in den frühen Morgen.
Aus der Sparte „Volkssport“ ging Ende 1987 eine neue Gruppe hervor. Siegfried Bartik hatte die Initiative ergriffen und nach Gesprächen mit Interessenten die „Skiwandergruppe“ ins Leben gerufen.

Anfang 1988 gab es wieder eine Spartenneugründung. Aber so neu war die Sportart für den TUS gar nicht, denn „Faustball“ wurde bereits kurz nach der Vereinsgründung gespielt. Martin Weiner, Lehrer der hiesigen Grundschule und aktiver Faustballspieler in Elmshorn, hatte die Idee und baute die neue Abteilung im TUS auf. 1989 ging die Sparte eine Spielgemeinschaft mit den Faustballern des VFL Pinneberg ein.
Im Rahmen der Festwoche zur 600-Jahrfeier der Gemeinde Borstel-Hohenraden präsentierte sich der TUS am 11. Juni 1988 mit einem „Tag der offenen Tür“. Gleich nach den Festwochen wurde mit den Arbeiten zur Umgestaltung und Erweiterung der Sportanlage begonnen.
Am 24. September 1988 war es soweit; nach nur 3-monatiger Bauzeit konnte das erste Fußballpunktspiel auf dem Grandplatz der neuen Sportanlage ausgetragen werden.

Am 1. Januar 1989 wurde eine neue Ära der Vereinsverwaltung eingeläutet. Seit diesem Datum wurde damit begonnen, die Verwaltung auf EDV umzustellen. Mitte des Jahres waren die Vorarbeiten abgeschlossen und „Kollege Computer“ übernahm einen großen Teil der Verwaltungsarbeit.
Gut ein Jahr nach Beginn der Bauarbeiten konnte der erste Bauabschnitt der neuen Sportanlage in Borstel-Hohenraden am 20. August 1989 mit zwei Punktspielen der Ligafußballer auf dem Rasenplatz eingeweiht werden.

Auf die Initiative einer Interessengemeinschaft hin wurde zum Jahresbeginn 1990 eine „Tanzsparte“ gegründet, die ihre Übungsabende unter Leitung einer Tanzlehrerin im Schützenhof durchführt. Die neue Sparte erfreute sich sehr schnell großer Beliebtheit.
Am 28. März 1990 verstarb der Mitbegründer, langjährige Vereinsvorsitzende und Ehrenvorsitzende Johannes Schneider im 85. Lebensjahr.
Von 30. Juni bis 1. Juli 1990 war der TUS Borstel-Hohenraden e.V. Ausrichter der Norddeutschen Faustball-Meisterschaften der Jugend. Aus diesem Anlaß wurde eine Sonderausgabe der Vereinszeitung SCHAUFENSTER herausgegeben, die erstmals komplett über PC geschrieben wird.
Wir konnten ein Jubiläum feiern: Das SCHAUFENSTER wurde im Oktober 1990 zehn Jahre alt.
Für unsere Jugend wurde in der Zeit vom 29.7. bis 18.8.1990 eine Jugendfreizeit auf Sylt durchgeführt.

1991 mußte die Sparte Faustball im TUS aufgelöst werden, da durch den Wechsel zum Schleswig-Holsteiner-Turnverband keine Spielgemeinschaften mehr möglich waren.
Am 26. August 1991 konnte der Nutzungsvertrag für die neuen Sportanlagen zwischen dem TUS und der Gemeinde nach 3-jährigem „Gerangel“ verabschiedet werden.
Die Sporthalle der Grund- und Hauptschule erhielt am 1. August 1991 - fast genau 20 Jahre nach der Einweihung - einen Namen. In Erinnerung an den Gründer und langjährigen Vorsitzenden wurde sie “Johannes-Schneider-Halle“ getauft.

Seit dem 27. Januar 1992 ist die Gruppe Volkssport eine eigenständige Sparte des TUS.

Am 23. Januar 1993 veranstaltete das “Zukunftsteam“ unter Leitung von H.G. Gottschlich der ersten Workshop. Es sollten Wege und Lösungen gefunden werden, das Vereinsleben lebendiger zu gestalten und die Mitglieder wieder näher an den Verein heranzuführen.
Das Gespenst “Mülldeponie“, das seit April 1993 über Borstel-Hohenraden schwebte, beschäftigte auch den TUS. Das traditionelle Volksradfahren stand in diesem Jahr unter dem Motto „Sportler gegen Deponie“. Statt der üblichen ca. 150 Teilnehmer nahmen diesmal über 500 Radler teil.

Für eine große Zahl von Funktionsträgern des TUS begann eine Zeit der Doppelbelastung , da sie auch in der “Bürgerinitiative Borstel-Hohenraden - Kummerfeld“ mitarbeiteten. Der 1. Vorsitzende H.-J. Witte kündigte in der Herbstausgabe 1993 des SCHAUFENSTER an, daß er auf der JHV 1994 nicht mehr kandidieren wird.
Die Jahreshauptversammlung am 18. April 1994 wählte mit Dagmar Scholle zum ersten mal eine Frau als 1. Vorsitzende des TUS. Mit Hans-Günter Gottschlich, Günter Kierstein, Siegfried Bartik und Rainer Hammer wurde an diesem Tage ein komplett neuer Vorstand gewählt.

Der TUS beteiligte sich aktiv am Dorffest, das vom 9. bis 11. Juni 1995 stattfand.

Am 21. Januar 1996 ist unser Freund Gustav (Gusch) Pein für immer von uns gegangen. Gusch war einer der Männer der ersten Stunde des TUS und langjähriges Vorstandsmitglied.
Nachdem Dagmar Scholle aus privaten Gründen nicht mehr als 1. Vorsitzende kandidierte, wählte die Mitgliederversammlung am 25. März 1996 Ingmar Zitzwitz als neuen Vereinschef.
Die Übungsgruppe für psychomotorisch gestörte Kinder, die bisher Gast beim TUS war, wurde auf eigenen Wunsch eine Sparte des Vereins.
Am konnte die Sparte Tischtennis ihr 25-jähriges Bestehen feiern. Mit Musik, Tanz und einem Mitternachtsimbiss wurde mit aktiven Spielern und vielen “Veteranen“ in der Kummerfelder Sporthalle dieses Jubiläum begangen.
Das Kinderturnen - spartenmäßig bisher von der Damen-Gymnastik betreut - wurde eigenständige Sparte.
Die Sparte Volkssport hat sich umgetauft in “Aktive Freizeit“ und sich auf die Fahnen geschrieben, sein Angebot zu erweitern und die Veranstaltungen auf eine breitere Basis zu stellen.

Vom 6. – 8. Juni 1997 feierte der TUS sein 50-jähriges Bestehen. Das Festprogramm bestand aus dem Fußballspiel der HSV-Prominenten-Mannschaft gegen die Alten Herren des TUS Borstel-Hohenraden, der Jugenddisco, einem Fußballturnier für alle Jugendliche, dem großen Festball, einem Gottesdienst auf dem Sportplatz und zum Abschluß ein Sportprogramm für alle Familien.
Der Verein wollte versuchen, die sehr unbefriedigende Situation bei den Umkleidekabinen zu verbessern. Noch aber war die Finanzierung eines geplanten Anbaus nicht gesichert.
Nach 25 Jahren hörte Irmgard Bautz als Trainerin der Jazz-Gymnastik und der Hupfdohlen auf. Für ihre überragenden Leistungen für den Verein wurde "Irmchen" vom Vorstand verabschiedet und geehrt.

Am 1. Februar 1998 verstarb plötzlich und unerwartet unser Ehrenmitglied Hans-Werner Timm. Über Jahrzehnte war er unserem Verein als Vorstandsmitglied verbunden.
Die Liga-Mannschaft der Fußballer schaffte Aufstieg in die Kreisliga.
Die Hintergrundarbeiten zum Thema "Anbau Umkleidekabinen" gingen weiter und standen kurz vor einem positiven Abschluß.

Am 27. September 1998 fand der 2. Basar für Kinderkleidung, Sportbekleidung und Sportausrüstung statt.

Nachdem Ingmar Zitzwitz aus persönlichen Gründen nicht mehr als 1. Vorsitzender kandidiert, wurde Siegfried Bartik von der Jahreshauptversammlung am 15. März 1999 zum neuen Vereinsvorsitzenden gewählt. Weiterhin wurde Uwe Timm als Kassenwart in den Vorstand berufen.
Die bisherige Ballspielgruppe wurde am 7. September 1999 zur eigenständigen Sparte Basketball.
Am 2. Oktober 1999 wurden die neuen Umkleidekabinen eingeweiht. Damit war dieser Engpass endlich behoben. Erfreulich war, dass die Endabrechnung für das Bauvorhaben ergeben hat, dass die eingeplante Bausumme nicht überschritten wurde.
Die Planungen für ein Beach-Volleyball-Feld wurden konkretisiert und es wurde ein Antrag an die Gemeinde weitergeleitet.

Im Januar 2000 konnte die Gymnastik-Sparte ihr 30-jähriges bestehen feiern. Zeitgleich konnten die Hupfdohlen auf 10 Jahre zurückblicken. Beide Jubiläen wurden gemeinsam gefeiert.
Der Einstieg des TUS Borstel-Hohenraden e.V. in die neue Informationstechnik erfolgte mit einer eigenen Homepage “ www.tus-borstel-hohenraden.de “.
Im Bereich Jugend-Fußball gab es eine durchgreifende Änderung. Da weder Kummerfeld noch Borstel-Hohenraden in der Lage waren, Jugendmannschaften zu stellen, wurden Spielgemeinschaften unter dem Name “BorKum“ gegründet (wie bereits seit vielen Jahren im Tischtennis-Bereich praktiziert).

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